Gerade sollte lobend erwähnt werden, dass es in dieser Saison noch zu keiner Rudelbildung auf dem Podest gekommen war - da balgte sich ein Sextett um den Tagessieg. Wie so oft, wenn so etwas geschieht, gibt es enorm viele kleine Möglichkeiten und Geschichten. Im Zentrum steht der spät abgefangene Ralf T. Wiegand, der am Samstag noch mit 7 Punkten allein geführt hatte. Er stapelte schon da tief ("Am Sonntag bin ich meistens schlecht"), und er behielt Recht. Während bei ihm nur noch ein Pünktlein hinzu kam, holten andere gewaltig auf - und das, obwohl in zwei von drei Sonntagspartien nur sehr wenige Zähler verteilt wurden. Aus dem Siegersextett holten drei (Tim Stinauer, Thomas Hummel und der unvermeidliche Edi Augustin) mit einer Doppelcombo 4 Punkte aus drei Partien (immer mit BVB - Hoff 1:1 und Stuttgart - Pauli 2:0) und Rainer Dahmen immerhin 3, um seine Prophezeiung wahrzumachen, er werde nach seinem unglücklichen 8. Spieltag diesmal mit Sicherheit gewinnen. Sein Wochenende begann schon am Freitag brillant mit dem 0:0-Tipp bei HSV - FCB, und wäre er nicht so döspaddelig gewesen, AUF Soldos FC in Hannover zu wetten, wäre er nun um über € 100 reicher.
68 exakte Tipps sollten nicht zu dem Glauben verleiten, wir wären deutlich besser geworden. 39 Volltreffer kamen in nur zwei Partien zustande (20 bei Freiburg - Klautern, 19 bei Stuttgart - Pauli), hinzu kamen elf bei Hannover - Köln (bei dem die Mehrheit erst zum zweiten Mal in dieser Saison GEGEN den FC wettete). Macht 18 in den restlichen sechs Begegnungen, davon zwei bei HSV - FCB, immerhin drei bei Gladbach - Werder (Löer, Krügel & Schmieder) sowie Olga P. bei Leverkusen - Mainz, was demzufolge der einzige 3er des Wochenende war. Chapeau!
Da nur drei Tipper bei wenigstens sechs Partien punkteten (Tim Stinauer, Christopher Keil und Christof Kneer), galt es, mehrere genaue Tipps zu setzen, sonst war es um die Siegchancen geschehen. Also legten sie los: Anja Busse, Rainer Dahmen, Hans Leyendecker, Ralf Wiegand und Edi Augustin landeten je drei 2er. Sie waren aber immer noch harmlos im Vergleich zu Thomas Hummel: Der kam auf massive 4 2er - und sonst nix. Fast wäre aber noch ein fünfter dazu gekommen:
- Hätte Pitroipa den Schuss gegen die Bayern auch nur fünf Zentimeter weiter links angesetzt und zum 1:0 getroffen, wäre Hummel mit zehn Punkten aus dem Wochenende gekommen.
Da wir nun wieder einmal im Hätte/Wäre/Wenn-Land angelangt sind, noch ein paar Spielchen, die gar nicht so weit von der Realität entfernt waren:
- Bei Hannover - Köln hatte niemand auf ein 2:2 gesetzt. Wäre das noch gefallen, hätte nicht nur Zvonimir Soldo seinen Job behalten, Rainer Dahmen hätte den Pott ohne einen eigenen weiteren Punkt ALLEIN gewonnen, da alle anderen Tagessieger gegen den FC gepunktet haben.
- Wäre Frankfurt der gar nicht einmal so unverdiente - in Wahrheit total überfällige - Siegtreffer gegen s04 gelungen, hätten Busse, Wiegand und Hummel den Pott geteilt.
- Hätte Wolfsburgs Treffer zum 2:2 in Nürnberg gezählt, wäre Thomas Hummel (mit 9 Punkten) allein in den Genuss von € 150,- gekommen.
- Bei Leverkusen - Mainz hatte niemand auf ein 0:0 gesetzt. Wäre Leverkusen noch der Ausgleich gelungen, hätte es einen siebten Tagessieger gegeben (Christof Kneer), da kurioserweise alle sechs Gewinner auf den Pillenklub gesetzt hatten. (Übrigens punkteten nur zwei Tipper bei allen drei Sonntagsspielen: H.J.Deglow und Dirk Graalmann.)
- Wäre St. Pauli das Ehrentor zum 2:1 in Stuttgart gelungen, hätte Ralf Wiegand doch noch allein triumphiert - aber dann wäre ja seine wenig einfallsreiche 2:1-Taktik belohnt worden. (Immer noch um Welten besser als der 1:1/1:2-Driss von Mp.)
- Und dann, um den Wahnsinn zu komplettieren, gab es noch eine Variante, bei der durch ein einziges (weiteres) Tor alle Tagessieger vom Podest gepurzelt wären: Wäre der Kopfball des Lauterers Lakic nicht an der Latte, sondern zum 2:2 im Tor des SC Freiburg gelandet, wäre das bekannte Sextett auf 7 (oder gar auf 6) Punkte geplumpst (denn sie alle hatten auf die Breisgauer gesetzt), während Christian Krügel mit einem ungewöhnlichen 3er auf 8 Punkte und satt ins Geld geschnellt wäre. Vielleicht wäre dann endlich seine "Ich weiß nicht, warum noch mittippe"-Haltung wieder dem früheren Enthusiasmus gewichen.
So aber haben wir den Salat: 6 Sieger, das macht € 25,-
pro Nase, wobei vier der sechs Nasen in dieser Saison bereits Geld abgeholt
haben. Rechtfertigt das überhaupt die Mühen des Online-Bankings? Wer
seinen Gewinn also lieber spenden will, soll sich melden; die anderen - banktechnisch
noch nicht registrierten - Sieger (also: Rainer Dahmen) müssten mir ihre
Kontodaten bitte zukommen lassen.