Der 30. Spieltag

Wer einen Spieltag gewinnt, sollte Größe beweisen, verdiente Glückwünsche annehmen, das Geld einstecken und sich still freuen. Er sollte sich abschätzige Bemerkungen über den Hamburger SV und dessen Fans verkneifen - und ganz bestimmt nicht über verlorene Punkte jammern. Es gibt an diesem seltsamen Spieltag mit FÜNF Nullnummern (die Namen sind dem Tippspielleiter bekannt), mit einem kärglichen Durchschnitt von 3,21 Punkten (der von 37 Teilnehmern unterboten wurde!), mit nur vier Prognostikern, die bei fünf oder mehr Spielen punkteten (je 5: Anja Busse, Claudia Freytag; je 6: Sven Winterschladen & Milan P.), mit nur zwei getroffenen Haupttendenzen (Bayern und Cottbus), aber sieben Mitteltendenzen, freilich nichts Interessanteres, als über dieses doppelt und dreifach schmerzliche Siegtor in der Nachspielzeit für Energie Cottbus nachzudenken. (Schmerzlich- Fragen Sie Rostocks Torwart Stefan Wächter.) Wäre dieses Spiel nämlich 1:1 ausgegangen, hätte nicht bloß der Tagessieger stolze 10 Punkte gehabt, sondern es wären 30 Tippern insgesamt 45 Punkte flöten gegangen. Und das hätte noch viel weitreichendere Folgen gehabt, wie man erstens an den beiden Statistiken sehen kann und zweitens an folgender Hammer-Meldung: Ohne Rangelov und Wächter (und das 2:1) hätte der Gesamtführende Klaus Hoeltzenbein EBENFALLS EINE NULLNUMMER hingelegt. Spöttisches darüber erübrigt sich aus zwei Gründen, die unter den Statistiken aufgeführt sind:

Hätte sein können     Ist-Zustand  
1. klaus hoeltzenbein 156 -1 1. klaus hoeltzenbein 157
2. lars richter 154 -2 2. lars richter 156
3. christian zaschke 150 +2 3. stefan lenz 151
  stefan lenz 150 -1 4. andreas damm 150
5. stefan sauer 149 +2 5. christian zaschke 148
6. andreas damm 148 -2   stefan worring 148
  milan pavlovic 148 +2   thorsten keller 148
8. arnd henze 147 +2 8. peter stützer 147
  peter stützer 147 0   stefan sauer 147
  stefan worring 147 -1 10. christoph seher 146
          friedemann siering 146
          hw kilz 146
          milan pavlovic 146
             
  Rückrunde          
1. hw kilz 70 -1 1. hw kilz 71
2. christian zaschke 69 +2 2. friedemann siering 69
  ralf wiegand 69 +2 3. christian zaschke 67
4. friedemann siering 67 -2   ralf wiegand 67
  rainer dahmen 67 +1   stefan worring 67
6. stefan worring 66 -1 6. klaus hoeltzenbein 66
  tim stinauer 66 0   olga p 66
8. klaus hoeltzenbein 65 -1   rainer dahmen 66
 

olga p

65 -1   tim stinauer 66
10. markus burger 64 +2 10. christian knop 65











 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstens nutzte der Gesamtzweite den Aussetzer unseres Tipp-Metronoms nur bedingt. Die ersten zwei Punkte sammelte auch Lars Richter erst durch Rostocks Drama in Cottbus, der dritte kam am Sonntag durch Ribéry & Toni zustande, denen Hoeltzenbein nicht so recht traute (genau wie übrigens zum Glück für Mp auch Sven Winterschladen, der dadurch sein gutes Gespür bei Leverkusen - WOB sabotierte). Und zweitens ist Klaus H. auch so ziemlich angeschlagen, da muss man ebenso wenig nachtreten wie beim HSV. Der Urlaub des aufgeregten SZ-Sportredaktors dürfte nun nicht mehr ganz so sorgenfrei sein wie erhofft: nur noch ein Punkt Vorsprung auf Lars Richter, plötzlich wieder zehn Tipper innerhalb des 10-Punkte-Radius und das alles in der ersten Schwächephase seit vielen Monaten.

Auch ansonsten gab einige Auffälligkeiten: die Sonntags-Dreier von Susanne Issig (mit dem 4:1 von Ribéry gegen den VfB) und Jürgen Schmieder (2:2 bei Bayer - WOB); die drei Spiele mit nur zwei geteilten 2ern: bei HSV - s04 (Peter Penders und Lars Langenau), bei 96 - Hertha (Chris Oeynhausen und Chris Krügel) sowie bei Nürnberg - Bielefeld (Udo Beißel und Thomas Geisen), wo kurioserweise niemand auf ein absolut zwingendes 3:2 für den Club gesetzt hatte.

Die unglücklichsten Tipper des Tages hießen Philipp Selldorf und Lutz Feierabend. Der Kölner SZ-Mann schlitterte zweimal nur knapp an 3ern vorbei: Hätte der KSC 3:2 gegen Werder gewonnen und Wolfsburg das 2:1 in der Pillenstadt gehalten (beides überraschenderweise Tipps, die Schalke 04 gefallen hätten), wäre PhS glänzender Tagessieger mit 9 Punkten (und komfortablen drei Zählern Vorsprung auf die Tageszweiten Busse und Feierabend) gewesen! Noch weniger fehlte Lutz F. zum Glück: Hätte bloß Sestak nicht seinen Kopf in Bochum hingehalten und das 1:1 erzielt, wäre der KStA-Tipper schwuppdiwupp mit 8 Punkten vorne gewesen, weil Mp und Winterschladen auf 6 Punkte geplumpst wären und Anja Busse weiterhin bei 6 geblieben wäre, genau wie Jürgen Schmieder und Friedemann Siering. Letzterer robbt sich so in der Rückrundenwertung wieder an die Spitze heran, weil HWKilz plötzlich schwächelt wie … aber das wollten wir ja lassen.

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