Wer je einen Beweis benötigt hätte, warum in diesen Texten so oft auf die letzten Minuten und mindestens genauso oft auf den Sonntag und die letzten Minuten der beiden abschließenden Partien hingewiesen wird, der kann diesen Spieltag als Paradebeispiel nehmen. Die Spiele in Biefeleld (gegen den KSC) und in Dortmund (vs. Leverkusen) nahmen spät, zum Teil sehr sehr spät die entscheidende Kurve, und die Tore änderten alles an unserem Tipp - zumal dann, wenn man das 3:1 von Christian-Pfosten Pflaume-Lell hinzu nimmt, das dem Tagessieger seinen 10. Punkt brachte und Andreas Damm (der nur 2:1 gegen Bochum getippt hatte) den alleinigen Sieg kostete. Aber das konnte in dieser Minute keiner ahnen, denn da stand es in Dortmund noch 0:1 gegen Leverkusen. Einen Erfolg der Pillenknicker hatten überraschend wenig Menschen prognostiziert, nur Uwe Schindler schien mit seinem 1:2 auf dem richtigen Weg zu sein, seinen 10. Punkt und dritten Saisonerfolg zu verbuchen. Dann fiel das 1:1 für Doofmund, aber der Führende musste sich nicht grämen, denn immer noch war er allein im Geld. (Das hatte er zu diesem Zeitpunkt vor allem dem Bielefelder 1:0 zu danken, das ihm zwei Zähler gebracht und Michael Althen zwei feine Punkte gekostet hatte - das 0:0 des KSC und das 1:1 der Borussia hätten ihn auf 9 Punkte und den geteilten ersten Platz gebracht!)
Dann aber legte Dortmund das 2:1 nach, und so kam Moritz Kielbassa
schon zu seinem dritten alleinigen Tagessieg in dieser Spielzeit. Seine überragende
Quote (€ 496.-) sei ihm angesichts der Kosten, die im Hause Kielbassa-Scharfenberg
bald durch Moritz jr. anfallen, herzlich gegönnt, und wir behaupten jetzt
einfach mal, dass er genau wusste, was auf der Alm
und mit den Werkskickern in Dortmund passieren würde - vier Punkte kamen
bei ihm in den letzten Sekunden dazu, und so wurde aus einem ordentlichen Mitläuferspieltag
ein weiterer Triumph. (Vermutlich ist so ein Erfolg nach so einem Spielverlauf
wesentlich einfacher mitzuerleben als an einem Sonntag, wenn die Tipps schon
nach 20 Minuten eingetreten sind - und man weiß, dass jedes weitere Tor
das Ende der Siegeshoffnug bedeutet!)
MK war damit der Hauptprofiteur der letzen Spielminuten. Christian Knop kann zwar ebenfalls auf +4 verweisen, aber er blieb bei insgesamt acht Punkten stecken, das ist zwar ein schöner fünfter Platz, aber eben kein Bargeld. Andere späte Punktesammler: Max Grönert (+3), Markus Burger, HJ Deglow, Unglücksrabe Uwe Schindler, Willi Feldgen, Claudia Freytag (!), Thomas Geisen (der bei einem allerdings unwahrscheinlichen 1:1 der Bayern im Geld gewesen wäre!), Arnd Henze, René Schneider (alle +2). Die Verlierer hießen Michael Althen und Carl Dietmar (jeweils -4) sowie Christian Zaschke, Stefan Worring, Susanne Issig, Norbert Ramme, Javier Cáceres und Hans Leyendecker (alle -3). Die beiden letzteren trennte am Ende des Sonntags nur ein Punkt - aber was für einer: Leyendecker rettete sich dank des Bayern-Sieges mit einem Pünktlein über die Ziellinie. Cáceres hingegen festigte seinen letzten Platz in der Rückrundenwertung durch die einzige Nullnummer des Wochenendes - was angesichts des hohen Durchschnitts an diesem Spieltag besonders verheerend ist. Einziger anderer Vollversager - und es ist fast traurig, das hier erwähnen zu müssen - ist Christian Hümmeler, auch er hatte den Münchnern seinen einzigen Punkt zu verdanken. Hümmelers ernüchternde Serie seit dem 24. Spieltag (vor dem er noch Rückrundenerster war), lautet: 2-3-0-1. Schlechter war in diesem Zeitraum niemand, nicht einmal Javier Cáceres, obwohl der zwei Spieltage zum Teil verpasste!
Es scheint nicht ganz günstig zu sein, bester Rückrundenmann
zu sein: Hümmeler-Nachfolger Friedemann Siering wagte am Sonntag zu viel
(0) und rutschte hinter Rainer Dahmen (2) auf Platz zwei ab. Klaus Hoeltzenbein
hingegen, der Ivan Lendl des Fußballtipps, setzte stur auf die Haupttendenz,
machte damit weitere 6 Punkte und baute damit seinen Vorsprung auf den abermals
flauen Lars Richter (nur 4) sogar noch aus.
Positiv beachtlich an diesem Wochenende: Horst Schiffmann und Christopher Keil
punkteten bei 8 von 9 Partien, also bei einer mehr als Moritz K. - doch beiden
fehlte die Genauigkeit: Bei drei Partien lagen sie um jeweils ein Tor daneben,
und hätte Kevin Kuranyi wenigstens eine seiner drei Großchancen verwertet,
wäre die Waage umgeschwenkt, und Kielbassa hätte den Tagessieg dritteln
müssen.
Hartmut Schergel landet einen Dreier mit Wolfsburgs 3:2 gegen 96, Christof Kneer einen unwahrscheinlich 3er mit dem 1:0 seiner geliebten Horst-Heldt-Schwaben gegen den HSV, und Olga P. setzt ihre kleine Dreier-Reihe mit einem 0:1 für Cottbus am Freitagabend fort, aber weil der HSV zu blöd war, am Samstag das 1:1 in Stuttgart zu erzielen, wurde sie am Ende nur Fünfte.