Der 26. Spieltag

31 exakt richtige Prognosen täuschen ein wenig darüber hinweg, wie schlecht wir diesmal im Durchschnitt waren. Genau genommen waren das 2,8360655737704918032786885245902 Punkte pro Nase, und nicht weniger als 28 Tipper (also fast genau die Hälfte aller Teilnehmer) blieben mehr oder weniger weit unter dieser Marke. Die an der Spitze wird das wenig kümmern, enervierend dürfte höchstens die Tatsache sein, dass Rainer Dahmen, Hartmut Schergel (huch!?), Stefan Worring, Javier Cáceres (er schon wieder!) und Christopher Keil (er schon wieder?!) die € 155,- untereinander aufteilen müssen - und somit für niemanden mehr rumkommt als € 31.- Früher wäre das ein Spieltag für Klaus Bartels gewesen, und auch diesmal hatten viele gelernte Außenseiter ein überdurchschnittliches Wochenende, was an Cáceres, Sven Winterschladen (4) und Claudia Freytag gut abzulesen ist, auch wenn Letztere ihre 4 Punkte mit nur zwei Tipps erarbeitete. Das passt prima in den Trend: Nicht einmal einer der Sieger punktete bei mehr als vier (!) Partien - und Dahmen und Worring kamen dank ihrer verblüffenden 3er (Dahmen mit Werder - MSV, Worring mit KSC - s04 [!?]) sogar mit drei Tendenzen aus.

Wie immer bei Spieltagen mit so wenig Punkten genügten ein oder zwei Tore, um vieles zu ändern - obwohl die Gemeinsamkeiten der Gewinner schon frappierend sind:
Vier von fünf profitierten vom Wolfsburger 1:0-Siegtreffer in der 90. Minute (nur Javier Cáceres verschlief wie so oft, den Freitagstipp abzugeben - tant pis pour lui!).
Vier von fünf tippten bei FCN - BM auf 1:1 (nur Worring tippte auf Bayern, weshalb die Gewinner bei einem Nürnberger 1:0 Worring und Sven Winterschladen [!] geheißen hätten [mit je 6 Punkten] und bei einem 1:2 aus Nürnberger Sicht Stefan Worring und Peter Stützer [mit je 7]).
Vier von fünf tippten bei KSC - s04 auf Remis (Worring landete wie gesagt den 3er; hätte Bordon zum 0:1 getroffen, hätten Udo Beißel und Rainer Dahmen den Pott geteilt).
Vier von fünf tippten auf einen Heimsieg von Cottbus gegen Hertha (drei von ihnen sogar genau 2:1), nur Rainer Dahmen lag ganz daneben und büßte deshalb seinen 1-Punkte-Vorsprung vom Samstag ein.

Rainer war mit seinem verpatzten Sonntag freilich nicht allein: Nicht weniger als 23 Tipper ging zum Schluss des seltsamen Wochenendes ganz leer aus, nur neun lagen bei beiden Spielen richtig, was als Schlussspurt für Udo Beißel, Carl Dietmar (2 verlorene Punkte in der Schlussminute am Freitagabend, übrigens genau wie Anja Busse) und Andreas Morbach (je 5 Punkte insgesamt) zu spät kam, für Roland Meurer und Björn Schmidt hingegen genau richtig, um eine Nullnummer zu vermeiden. Die anderen Glückskinder, die sich im Gegensatz zu Christian Hümmeler und Susanne Issig am Sonntag gerade noch vor einer Blamage retteten (insgesamt waren es fünf!), heißen Friedemann Siering (dank 96 - VfB) sowie Christoph Seher und HWKilz, die der Cottbuser Latte danken durften, die am Sonntag Mineiros 2:2 für die Hertha in Cottbus verhinderte. Ja, korrekt: Zwei der Führenden der Rückrunde (Siering und Kilz) und einer der legitimen Titelkandidaten (Seher) standen hart am Abgrund. (Nebenbei: Hätte Skela NICHT das 2:1 für Energie erzielt, wäre Peter Stützer mit 7 Punkten ALLEINIGER Tagessieger gewesen, weil Dahmen bei 6 Zählern stehen geblieben wäre, Cáceres auf 5 und die anderen 6er sogar auf 4 Punkte geplumpst wäre und die anderen 5er außer P.S. kurioserweise ALLE 2:1 für Energie getippt hatten.)

Andere Unglücksfälle: Dahmen und Cáceres hofften vergeblich auf Hannovers Siegtor gegen den VfB; Hartmut Schergel wurde bei HSV - Arminia durch Guerreros späten Ausgleich um den zweiten Alleintipp des Tages und damit weitere 3 (oder sogar 4) Punkte gebracht; und wäre Werder doch noch das 2:2 gegen den MSV gelungen, hätte Schergel ebenfalls allein gewonnen. Und Christian Zaschke dürfte sich langsam fragen, was ihm lieber ist: dass sein HSV-Zweckpessimismus belohnt wird wie diesmal mit zwei weiteren Punkten durch ein 1:1 (das er bloß mit den Kamikazes Freytag, Winterschladen und Cáceres teilte), das ihn vor einer Nullnummer bewahrte. Oder dass er schlechter abschneidet und dafür sein HSV gewinnt.

All das ist freilich ist ein Klacks gegen die Katastrophe dieses Spieltags: Klaus Hoeltzenbein, für seine Lieblingskontrahenten kurz Hözze, setzte sich an die Spitze der Gesamtwertung, weil er sich in den vergangenen Wochen weigert, Aussetzer à la Hümmeler abzuliefern. An den vergangenen drei Spieltagen machte er 22 Punkte, mehr als irgendwer sonst (Markus Burger kam auf 21, der Drittbeste in dieser Periode kam bloß auf 17): Verglichen mit den anderen Top 10 der Rückrunde sind das sechs mehr als Max Grönert, sieben mehr als Siering, Dahmen und Wiegand, acht mehr als Tim Stinauer, zehn mehr als HWKilz und - in Bezug auf die Gesamtwertung - fünf mehr als Thorsten Keller, sieben mehr als Stützer, Stefan Lenz, Carl Dietmar, Stefan Worring und Stefan Sauer, acht mehr als Christoph Seher und Christian Zaschke und sogar NEUN mehr als Lars Richter. Der KölnSport-König des KStA steht damit erstmals seit etwas über sechs Monaten NICHT an der Tabellenspitze - letztmals stand am 23.9.2007 jemand vor ihm. Das ist ein hartes Los, vor allem für alle SZler, die jetzt das Experten-Lächeln von Hözze, dem Hoffenheim des Fußball-Tipps, ertragen müssen. (Es hilft nicht, dass er vor Bayerns Getafe-Spiel ein bisschen zum Ski fahren gefahren ist - wir sehen Hözzes Lächeln aus den Bergen auf uns arme Deppen herunterstrahlen!) Bleibt nur die Hoffnung, dass er acht Spieltage zu früh dort oben steht. Diese Hoffnung ist zugegeben sehr vage. Andererseits könnte ihm Christian Zaschke mit dessen Erfahrung Angst machen: Im Abstiegsjahr der Löwen tippte dieser sich am allerletzten Spieltag noch von Platz zwei auf Platz fünf. Und ward bis heute nicht mehr an der Spitze der Gesamtwertung gesehen. DARAN sollte sich Hözze mal ein Beispiel nehmen!

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