Der 30. Spieltag
Das war vielleicht ein seltsamer Spieltag. Wenn zwei Tipper mit je nur 8 Punkten gewinnen, obwohl viermal die Haupttendenz aufgeht und bloß dreimal Außenseiter-Tipps zur Geltung kommen, muss es eine große Anzahl verpasster Chancen geben - und so war es auch diesmal. Philipp Selldorf und Friedemann Siering waren die beiden Glücklichen an der Spitze, und man kann ihnen nicht einmal viel vorwerfen. Der Schalker aus Köln in Diensten von Münchnern (und Stuttgartern - obwohl: Übernimmt bald Alfred die SZ und gehört Philipp dann wieder einem Kölner?!?) landete sogar zwei Außenseiter-Tipps (mit Bochum und mit Bielefeld), traf die beiden populären 2er des Wochenendes (Schalke und Bremen), traute sich aber nicht, gegen Bayern zu setzen (obwohl diese Auswertung ehrlich nicht an Uli Hoeneß weitergeleitet wird, Philipp!), und am Sonntag hoffte er vergeblich auf späte bzw. ultraspäte Tore für 96 bzw. den HSV. Je ein weiteres Tor für die Heimelf hätte Philipp den alleinigen Sieg ermöglicht, ein weiterer Guerrero-Abstauber hätte ihn sogar auf satte 10 Punkte gehievt. (Andererseits war wenig an diesem Wochenende weiter entfernt als ein HSV-Sieg - na ja, sieht man mal von einem Cottbus-, Frankfurt oder Bayern-Erfolg bzw. Gladbacher Remis ab.)
Friedemann Siering wiederum kann auf einen der drei 3er dieses Wochenendes verweisen (das 1:0 für Doofmund bei Hertha BSC). Er benötigte nur fünf Tipps zum Teilsieg, musste aber am Sonntag arg zittern, weil alles am 96er 1:0-Sieg gegen die blinden Gladbacher hing. Ein verdienter Mainzer Sieg in Hamburg hätte ihn ebenfalls ins Geld gebracht, aber da ein 0:1 höchst unwahrscheinlich war, hätte er das Geld in diesem Fall vermutlich teilen müssen, bei einem 1:2 mit Anja Busse; bei einem 2:3 wäre ein Dreier für unsere Kamikaze-Claudia fällig gewesen, die in diesem Fall ganz allein gewonnen hätte, weil sie ja am Samstag einen irren 3er bei Frankfurt-Bochum ertippt hatte. Claudia Freytag wäre auch bei einem unverdienten, aber durchaus möglichen Remis von Aachen in Bremen im Geld gewesen sowie bei einem Tor zum Gladbacher Ausgleich in Hannover - andererseits war an diesem Wochenende wenig weiter entfernt ... (s.o.)
Tibet Sinha, der mit dem schmeichelhaften 2:2 des HSV gegen Mainz drei Punkte verbuchte, hätte ein Remis auf Schalke gebraucht, was nicht nur unter die Rubrik PFUI! gestellt gehört, sondern diesmal auch unter lächerlich eingestuft werden darf. Dort findet sich auch Dirk Graalmann, der einfach zu viele Harakiri-Tipps ausprobierte (Bochum UND Doofmund gingen halbwegs gut, aber Aachen, Cottbus und Gladbach [!] gingen nach hinten los), was seinen unsympathischen, aber exakten Bayer-04-Tipp nutzlos werden ließ.
An der Tabellenspitze setzten sich Stefan Worring und Holger Klein noch ein Stückchen ab, da Günter Otten ausnahmsweise kein Gas gab ("nur" 5 Punkte) und der Dritte der Gesamtwertung, Mp, am Freitagabend einen kuriosesten 3er überhaupt um einen 63-Meter-Schuss in der dritten Minute der Nachspielzeit verpasste: Ja, genau, das 2:1 für Werder gegen Aachen wäre ein Dreier gewesen (!!?!!), was wenigstens etwas dafür entschädigt hätte, dass Bremen so gut gespielt und gewonnen hatte - und erst das Scheiß-Traumtor von Diego machte diese Entschädigung zunichte. Schlimmer noch: Zu den 15 Teilnehmern, die 3:1 getippt hatten, gehörten zu allem Überfluss der Gesamterste Stefan Worring und der Gesamtzweite Holger Klein (und Tagescosieger Philipp!). So leicht kann man abgehängt werden - es braucht eben nur das Tor des Jahres. Oder das zweitbeste nach Lionel Messi.