33. Spieltag

So ziemlich jeder, der die Bundesliga seit ein paar Jahren verfolgt, weiß, dass die beiden abschließenden Spieltage immer voll von kuriosen Ergebnissen sind. Aber selbst dann bleibt die Kernfrage immer: Welche Spiele sind das? Und wie gehen sie aus? So wie es aussieht, ist es der Liga wieder gelungen, uns zu linken: In 6 von 9 Partien wurde gegen unseren Trend gespielt (wenn auch nur einmal [bei Hertha-HSV] komplett gegen die Tendenz), und obendrein waren exakte Tipps eine Rarität: Bei VIER Partien gab es nur ZWEI richtige Ergebnisse (also konnten jeweils zwei Tipper einander vorwerfen, einen Dreier verhindert zu haben). Hinzu kamen zwei beeindruckende DREIER (von Arnd Henze mit Duisburg und, noch stärker, von Christoph Seher bei Hertha-HSV), während 42 Tipper mehr oder weniger klar bei Werder-FC danebenlagen (kurioserweise wagte sich niemand, auf 5:0 zu tippen) – nur Hans-Jürgen Deglow hat das Recht, sich zu grämen, dass den Latourianern nicht wenigstens ein Törchen gelang.

Kein Wunder also, dass zum Tagessieg, obendrein zum alleinigen, 7 Pünktlein genügten. Und es ist irgendwie gerecht, dass sich nach mehreren knappen Fehlversuchen diesmal Max Grönert durchsetzte, vor allem dank Vinicius’ Ausgleichstor für 96 in Gladbach und dank Kießlings Treffer für den Club gegen seinen zukünftigen Klub. Hätte Leverkusen Berbatovs 2:1 gehalten, dann hätte das zwar Max nichts gebracht (der hatte dreist 2:0 auf Nürnberg gesetzt), dafür aber vier der fünf Zweitplatzierten ins Geld gewuchtet: Klaus Wittkamp, Arnd Henze, Christian Löer (der übrigens 4:0 gegen den FC tippte) und Christoph Seher wären beglückt gewesen. (Nur Olga P., die das 2:2 vorhergesehen hatte, wären dann zwei Punkte vorenthalten geblieben.)

Ohne Vinicius’ Tor hätte das Bild an der Spitze gänzlich anders ausgesehen. Alleiniger Tagessieger wäre dann Christoph Seher gewesen, mit 7 Punkten, da kurioserweise alle anderen vorne Platzierten auf ein Remis gesetzt hatten und die meisten, die ein 2:1 prognostiziert hatten, unter ferner liefen lagen.

Unter diesen Unglückseligen befanden sich auch einige der potenziell besten dieser Saison, vorneweg Klaus Hoeltzenbein, der so nur auf einen einzigen Punkt kam und erstmals seit drei Monaten aus den Geldrängen herausfiel. Auch Willi Feldgen legte mit nur drei Punkten eine unvermutet lasche Attitüde an den Tag, aber da von den besten 25 Tippern nur vier mehr als vier Zähler verbuchten und nur zwei mehr als fünf, baute The Wif seinen Vorsprung sogar noch einmal um einen Punkt aus! Bei nunmehr 9 Punkten mehr als die beiden härtesten Verfolger könnte es Willi sogar darauf ankommen lassen, den letzten Spieltag zu schwänzen. Wann ist es schon einmal vorgekommen, dass jemand am letzten Spieltag mehr als neun Punkte gemacht hat, die nötig wären, um The Wif bei einer Nullnummer noch zu verdrängen? (Psst, nicht weitersagen, in unserer bald 20-jährigen Tipp-Geschichte bislang immerhin achtmal: 2004 Frank Büchel und Matthias Pesch; 2003 Günter Otten; 1999 Peter Pauls und p65, die es sogar auf 11 Punkte brachten [allerdings bei 11 Partien]; 1998 Stefan Sauer, Philipp Selldorf und Walter Heim).

Allerdings steht zu befürchten, dass Willi kein Geld bekommt oder die heldenhafte Tipp-Organisatorin ihr eigenes Geld geben muss, wenn die unzähligen Nicht-Zahler nicht endlich mal ihren Jahreseinsatz zahlen. Hier sollen keine Namen erwähnt werden, aber jeder sollte sich mal fragen, ob er wirklich für die ganze Spielzeit bezahlt hat. Sonst müssen eben doch mal Namen genannt oder ein paar Sizilianer zum Abkassieren zu den jeweiligen Teilnehmern geschickt werden.

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