30. Spieltag

Hans Leyendecker dürfte sich fragen, wo er hier gelandet ist – im Ante-Sapina-Reich? Da beendet der SZ-Reporter und Unrechtsjäger seine fürchterliche Rückrundenkrise (die ihn mit zehn konsternierenden Ergebnissen ab dem 20. Spieltag [3, 4, 3, 5, 1, 4, 4, 2, 2, 2 = 30 Punkte] vom dritten Platz auf den 24. Rang zurückgeworfen hatte), kommt durch sechs Tipps auf stolze neun Punkte – und landet nicht einmal in der Nähe des Geldes! Ganz ähnlich erging es Max Grönert, der nur eine Woche nach seinem unbelohnten Fast-16er, noch näher an den Pott herankam und dennoch ziemlich chancenlos war – sieht man einmal von einer einzigen Kleinigkeit ab: Wäre Werder Bremen irgendwie doch das hocherfreuliche 2:1-Siegtor in Wolfsburg gelungen, hätten es Max & der Recherche-Gott auf 11 Punkte gebracht, und das hätte zum Sieg gereicht, denn die beiden Tagessieger hatten dort ganz verwegen auf ein Wolfsburger 1:1 gesetzt und wären auf läppische 10 Zähler zurückgefallen.

So aber hatten Holger Klein und Andreas Morbach drei Punkte Vorsprung auf die Besten vom Rest, und WOB-WB war zugleich ihre einzige richtige Achillesferse. Holger Klein war letztlich sogar so gut, dass er bis acht Minuten vor Spielschluss am Ostersonntag wie bei der alleinige Sieger mit vier richtigen Ergebnissen und Punkten in ALLEN neun Partien aussah. Das hätte dann 13 Punkte und die Einstellung eines Uralt-Tipprekords bedeutet (den Andreas Burkert aufstellte!!), aber dem kamen Hitzlsperger & Tomasson zuvor, wovon wiederum Andreas Morbach profitierte. Der konstante Stoiker, von dem keiner versteht, warum er in der Gesamtwertung nur auf Platz 17 steht, punktete zwar "nur" bei sieben Partien, lag dafür aber bei 5 (FÜNF) Spielen GENAU RICHTIG, was bei neun Begegnungen Rekord bedeutet. (Als wir noch Bundesliga + FC UND Fortuna (jeweils in der 2. Liga) tippten (also 11 Spiele zur Auswahl hatten), hatte ein Mitspieler SECHS Partien exakt vorausgesagt. Glaube ich zumindest.) Morbach lag bei Hertha – Dortmund falsch (ein gewagtes 1:3) und bei Schalke – FC (was ihn ehrt, aber auch der Ignoranz überführt), macht Punkte bei sieben Partien. Kurioserweise punktete außer den beiden Siegern kein anderer Tipper bei mehr als sechs Spielen: egal ob 9er (Grönert & Leyendecker), 8er (Kneer & Stützer) oder 7er (insgesamt 16, darunter 14 Kerle sowie Susanne Issig und Petra Fiedler), mehr als sechs Trends waren nicht drin.

Insgesamt war die Ausbeute dennoch hervorragend, bei acht Spielen wurde exakt gepunktet, bei Schalke verblüffende 11mal, bei Bayern-Bielefeld sogar 16mal, was insofern erheiternd wirkt, wenn man bedenkt, dass die Tipp-Gemeinschaft vor zwei Wochen INSGESAMT (also bei 9 Spielen) gerade mal auf 14 richtige Prognosen gekommen war. Die Gefahr eines 4ers durch Claudia Freytag, die als Einzige auf Wolfsburg gesetzt hatte, war zwar durch Valdez’ Tor für Werder früh ausgeräumt, aber bald danach war ein 3er für CF immer in Reichweite. (Das wäre freilich nur für den Ruhm der anerkannten Kamikaze-Expertin gut gewesen, da sie bei 9 Punkten immer noch einen Punkt hinter Klein/Morbach gelegen hätte.) Ansonsten gab es bloß eine Partie ohne richtiges Ergebnis: das 3:3 bei 96-Stoccardo, wo nicht weniger als acht Tipper ein 0:0 erwartet hatten (gibt immerhin auch einen Punkt), vier Teilnehmer auf drei Tore des VfB gesetzt (und davon drei 3:2 für die Gäste getippt) hatten, aber NIEMAND den 96ern drei Treffer zugetraut hatte.

In der anderen Ostersonntagspartie baute Willi Feldgen jeder Spekulation vor, ihm könne auf der Zielgeraden noch die Luft ausgehen (nur Mp und rtw verhinderten einen 3er des Gesamtersten), denn von den Top 10 der Vorwoche machte niemand Boden auf ihn gut – im Gegenteil: Matthias Pesch büßte drei Punkte ein (und musste Klaus Hoeltzenbein an sich vorbeiziehen lassen), und Christian Zaschke verpennte den Samstag, damit schätzungsweise mindestens fünf sichere Zaschke-Punkte (Bayern, Bayer, Hamburg, Frankfurt, Hertha), und trotz der beiden Punkte vom Sonntag musste er drei Tipper an sich vorbeiziehen lassen. 18 Punkte ist Willi Feldgen jetzt enteilt, das scheint angesichts von Willis irrer Konstanz (erst vier Spieltage unter 5 Punkten [2 Zähler am 9. Spieltag, 4 am 14., 4 am 26, 2 am 27.]) unmöglich aufzuholen zu sein; acht Punkte trennen Zaschke von Matthias Pesch und damit vom Geld, das wird schwer genug. Wie es allerdings gehen könnte, zeigten die beiden Tagessieger: Andreas Morbach stieg von 25 auf 17, Holger Klein von 11 auf 5. Ersterem fehlen zwar immer noch 14 Punkte auf Platz 3 (dem anderen noch 5), aber wenn es ab sofort jedem Tipper gelänge, Willi Feldgen an jedem der vier verbleibenden Spieltage pro Wochenende fünf Zähler abzunehmen, könnten immerhin noch acht Teilnehmer an Willi vorbeiziehen und fünf weitere mit ihm gleichziehen.

Nein, Willi, ich habe ich nicht getrunken – obwohl ich gut gelaunt bin, weil soeben Aachen UND Bochum aufgestiegen sind. Aber ohnehin darf ja ein Schalker in diesen Tagen noch ein wenig träumen, oder?

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