27. Spieltag
Schon lange hat den Tipp-Texter kein Sieg eines anderen Teilnehmers
so gefreut. Das hängt aber nur zum Teil damit zusammen, dass Horst Schiffmann
einer der denkbar sympathischsten Gewinner ist - an diesem Spieltag wäre
mir praktisch jeder lieber gewesen als der sonst so nette und ehrenwerte Andreas
Damm. Aber hätte er an diesem Wochenende gewonnen, hätte das bedeutet,
dass man mit einem VIERER GEGEN SCHALKE den Tipp gewinnen kann. Natürlich
muss man zu diesem Vierer gratulieren, aber andererseits darf ich hinzufügen:
Pfuäh! Um ein Haar hätte A. D. dennoch das Kunststück vollbracht,
mit drei
Tipps den Pott zumindest zu teilen. Hätte der Club auf der Alm gewonnen
- egal mit welchem Ergebnis! -, wäre er in jedem Fall im Geld gewesen.
So aber legte Horst S. eine Punktlandung hin, was insofern nur zu gerecht war,
weil er den Nürnberger Hyperstürmern Vittek & Saenko (& Kießling)
sowie Biefelelds Zuma kein Tor zutraute. Das war die vierte Tendenz, die A.
D.
fehlte und die Horst zum Sieg benötigte. Überhaupt gab es nur fünf
Tipper, die an diesem beknackten Spieltag mit insgesamt exakt 200 Punkten (macht
gerade mal 3,5 im Schnitt, davon fast zwei mit den Spielen in Duisburg [56]
und Bremen [47]) bei mehr als vier Spielen punkteten: Hans-Jürgen Deglow
(5), Anja Busse (5), Andreas Morbach (5), Peter Körte (5) sowie Christoph
Biermann (6, bei Werder nur knapp daneben). Letzterer litt wie kein zweiter
unter dem dummbeuteligen Ausgleichstor von Pantelic in Mainz, das immerhin elf
Tippern weitere zwei Punkte beschert hätte, dem Kölner Bochum-Fan
allerdings den alleinigen und obendrein souveränen Tagessieg.
Aber was sind das für Sorgen? Arnd Henze wäre es recht gewesen, wenigstens bei einer Partie halbwegs richtig zu liegen. (Willkommen im Nuller-Klub.) Und Klaus Bartels, der nach dem Kamikaze-Samstag noch mit vorne lag, hatte sich am Sonntag doch arg vertippt. Christian Hümmeler betrieb am Sonntag etwas Kosmetik, indem ihm der zweite 3er des Tages gelang - insgesamt wären an diesem Spieltag mit nur 16 exakten Tipps (!?!) noch drei mehr möglich gewesen, denn bei den Spielen in Hamburg, Bremen und Stuttgart lag niemand genau richtig, wobei Berbatov der armen Claudia Freytag in der vorletzten Minute einen feinen 3er stahl. Je einen Punkt in den Schlussminuten verlor Willi Feldgen bei den Spielen in Mainz und Bremen, und so kam es statt eines soliden 4-Punkte-Wochenendes zu einem enttäuschenden 2er. Wir wagen es fast nicht zu sagen ... aber ... haben wir es da mit einer ersten handfesten Willi-Krise zu tun? Am 26. Spieltag hatte Willi mit zwei Punkten am Sonntag noch einen schwachen Auftritt kaschieren können, aber diesmal gab es keine Ausflucht, und deshalb hat Matthias Pesch den Rückstand innerhalb von nur acht Tagen um sieben Punkte verkürzt. Wenn das so weiter geht, wird der scheinbar Unantastbare bald abgelöst. (Der schöne 6er-Schnitt ist ohnehin schon jetzt perdu!) Frag' nach bei Hans Leyendecker: Stolzer Dritter am Ende der Hinrunde, ist er nach wochenlanger Orientierungslosigkeit auf den 17. Platz durchgereicht worden. Ouch!