16. Spieltag
Wirklich spannend und brutal, einfach schrecklich schön, dass es die beiden Sonntagsspiele gibt. Natürlich findet der Löwenanteil der Spiele am Samstag statt, aber manchmal wird man den Eindruck nicht los, dass es sich dabei bloß um die Ouvertüre handelt, der erst am Sonntag (in bloß zwei Partien) der Höhepunkt folgt. An diesem Samstag zum Beispiel führten nicht weniger als fünf Tipper mit je acht Punkten, wobei sie auf der Tipper-Liste kurioserweise in zwei Grüppchen zu finden waren: etwa in der Mitte das größere Knäuel um Thorsten Keller, Horst Schiffmann und Hartmut Schergel, ziemlich weit unten dann das herzlich verbundene Duo Javier Cáceres/Klaus Hoeltzenbein. Die Ausgangslage für den Sonntag war klar, denn noch ohne die Tendenzen zu kennen, konnte man erahnen, wie sehr die Tipper Bremen (in Köln) und den FC Bayern (gegen Kaiserslautern) favorisieren würden. In der Tat spielte die Partie der doofen, arroganten Dusel-Bayern am Ende so gut wie keine Rolle: Fast alle tippten viel zu deutlich für die Gastgeber, nur drei sahen sie mit bloß einem Tor vorne (darunter Andreas Damm und Mp), wobei Christian Krügel der wohl erste 3er mit einem 2:1 bei über 50 richtigen Tendenzen gelang. Bei der anderen Partie jedoch kam es sehr wohl auf den genauen Tipp an. Ein paar Minuten lang dürfte sich Javier Cáceres sehr klug vorgekommen sein, schließlich war er der einzige aus der Spitzengruppe, der auf den FC gesetzt hatte. Etwas länger sah Hartmut Schergel wie ein Visionär aus, sein 1:1 hätte ihn auf elf Punkte katapultiert. Dann jedoch kam Klose, und irgendwann ging es wirklich nur noch um die Höhe des Bremer Sieges. Bei einem 1:2 wären drei Tipper mit zehn Punkten ins Ziel gekommen (Keller, Schiffmann, Schergel), und danach sah es ja 40 Minuten lang aus. In der Gesamtwertung hätte die Spitze dann vor den abschließenden zehn Partien der Hinrunde so ausgesehen: 1. Zaschke & Feldgen je 102, 3. Leyendecker/p65 je 99. Doch dann kam die 90. Minute: Mokhtari trat zum Freistoß an, Hartmut durfte noch einmal hoffen. Stattdessen blieb der Ball in der Mauer hängen, Mokhtari verlor den Ball, Frings leitete den Konter ein, bekam den Ball nach einem dieser unwiderstehlichen Konter zurück und legte schließlich blitzgescheit in den Lauf von Micoud, der cool zum 1:3 abschloss. Es jammerten: Hoeltzenbein & Schiffmann, plötzlich raus aus dem Geld, sowie p65, der gehofft hatte, in der Gesamtwertung nahe an die Führenden heranzukommen (und noch neun andere, die 1:2 getippt hatten). Es jubelten: Thorsten Keller, mit einem Mal alleiniger Tagessieger, sowie Zaschke (der vor Augenzeugen jubelte), plötzlich alleiniger Erster in der Gesamtwertung. Zwölf andere Tipper hatten 1:3 getippt, es liefen die letzten Sekunden, in der Gesamtwertung zeichnete sich folgendes Bild ab: 1. Zaschke 103, 2. Feldgen 102, 3. Leyendecker 100, 4. p65 98, 5. Stinauer 97. Aber was passierte da: Der nimmermüde Klose klaute Schindzielorz den Ball noch in der eigenen Hälfte und bediente Klasnic. Der schien zunächst am Strafraumeck zu stolpern, trat dann jedoch noch einmal an, flankte den Ball in hohem Bogen parallel zum Fünfmeterraum zu - natürlich Klose, der Wessels vernaschte und in Ronaldinho-Manier zum 1:4 einschob, ein Ergebnis, das immerhin SECHS Tipper erahnt hatten. Plötzlich war alles anders: Horst Schiffmann, eben noch geschlagen, hatte die Plätze mit Thorsten Keller getauscht, den nun seinerseits mit Klaus Hoeltzenbein das Schicksal verband, mit 10 Punkten nur Tageszweiter zu werden, was bekanntlich nicht häufig passiert. Und: Zaschke verstummte, denn plötzlich war nun Willi The Feldgen an ihm vorbeigeschnellt.
Deshalb sieht es vor den abschließenden zehn Partien der Hinrunde so aus:
| 1. | Feldgen |
103
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| 2. | Zaschke |
102
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| 3. | Leyendecker |
99
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| 4. | p65 |
98
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| 5. | Stinauer |
96
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Dürfen sich noch andere Hoffnungen auf die Herbstmeisterschaft machen. Eher nicht. Es sei denn, sie tippen wie Klaus Bartels (oder Claudia Freytag) und haben das Glück, dass die Spiele genau schräg verlaufen wie gewünscht.