11. Spieltag

Es war 19.16 Uhr am Sonntagabend, als Christian Zaschke ein denkwürdiges Wort sagte: "Danke!" (Wobei man sich statt des k zwei norddeutsche gg vorstellen sollte.) Das sollte misstrauisch machen, und tatsächlich war es ein zweischneidiger Dank: Noch einmal hatte Milan P. ungläubig daran erinnert, dass er am Sonntag um 17.21 Uhr seinen Mainz-Tipp von 4:1 in 2:1 geändert und dem 60-Experten damit einen (raren) 3er ermöglicht hatte. Diese unbedachte (oder anders gesagt: feige) Änderung war sogleich entscheidend für den Ausgang dieses Spieltages, weil Mp den Tagessieg so mit Lars Richter und dem FAZ-Gierschlund Peter Penders teilen musste, die ansonsten mit je 9 Punkten undankbare Zweite geworden wären. Die Tippänderung könnte im schlimmsten Fall auch noch später viel kostspieliger sein, weil Mp unnötigerweise einen weiteren Punkt in der Gesamtwertung liegen ließ und gleich zwei Punkte auf Zaschi verlor, der auf diese Weise wieder zu Mp aufschloss (je 70 Punkte auf Platz zwei).

Ja, sicher, das ist Jammern auf hohem Niveau, und es hätte ja auch (wieder) schlechter kommen können, so wie beim jetzt allein führenden Peter Berger, der am Samstagabend noch geteilter Erster war und dann - eine Woche nach seinem Triumph - feststellen musste, wie es ist, wenn man um einen Punkt distanziert wird. (Na ja, zwei Zähler Vorsprung in der Gesamtwertung auf die Zweiten sind ja auch nicht so schlechte Trostpflaster.) Ähnlich wie P. Berger erging es vier anderen Tippern, schließlich lagen am Samstag nicht weniger als sieben Teilnehmer gleichauf, von denen dann noch vier aus dem Geld flogen. Kurioserweise hatten die vielen späten Tore aber weniger Einfluss auf die Hätte/Wenn/Könnte/Aber-Spielereien als sonst. Gewiss, bei einem Leverkusener 2:1-Sieg auf dem Betzenberg hätte Lars Richter allein mit 11 Punkten gewonnen - während Mp dank Göktans ungewollter Bogenlampe ins Geld rutschte (und als Einziger bei wenigstens acht Partien punktete). Aber z. B. von den Dortmunder Kapriolen in der Nachspielzeit (aus 1:0 mach 2:0 mach 2:1) profitierte bloß Peter Penders - da jedoch niemand 1:0 und keiner der vorderen 2:0 getippt hatte, wurde auch niemandem geschadet. Borowskis zweites Tor für Bremen (zum 4:1) kostete zwölf Tipper einen zweiten Punkt, aber nur Norbert Ramme und Peter Körte einen Teil vom Pott. Christian Knop war der Einzige, der Boakye ernsthaft das zweite Tor für Bielefeld (auch er zum 4:1) verübeln durfte, weil ihm so der 9. Punkt verwehrt blieb. Und Klaus Hoeltzenbein konnte sich am Sonntag nicht einmal darüber grämen, dass Thurk für Mainz traf (natürlich zum 4:1), denn bei einem 3:1 hätte sich Peter Penders über seinen 10. Punkt und den alleinigen Sieg freuen dürfen.

So bleibt nur ein tragischer Fall übrig: Hätte Oliver Kahn nicht Alpays Kopf/Schulterball entschärft oder Lukas Podolski den fälligen Handelfmeter nach Lúcios Vergehen zum 2:2 gegen die Dusel-Bayern versenkt, wäre dem grauhaarigen Altstar ein zweiter 3er an diesem Spieltag und damit (bei 11 Punkten) ein souveräner Tagessieg geglückt. Aber Hartmut, mein Beileid hält sich in Grenzen, schließlich hast Du den 3er GEGEN SCHALKE gemacht, pfui!

Schließlich eine andere Premiere in dieser Saison: eine blitzblanke Tendenz. Alle 56 Teilnehmer tippten auf Werder Bremen: zurecht; und das zeigt - trotz der anhaltenden 2er-Flaute -, warum der Durchschnitt in dieser Saison immer noch so ungewöhnlich hoch ist. Immerhin war die niedrigste Quote an diesem Spieltag 16 (für Duisburg, allerdings mit sieben 2ern garniert), und insgesamt teilt sich das so auf: 62 Punkte bei Werder-EF, 53 bei BVB-BMG, 52 bei FC-BM, 46 bei Mainz-Club, 32 bei FCK-B04, 30 bei HSV-S04 und ABi-96, 23 bei MSV-WOB sowie 20 bei Trap-Hertha. An so eine hohe niedrigste Quote kann ich mich nicht erinnern.

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